Die Ischialgie – Der genervte Nerv

 

Kennen Sie das? Sie wollten nur schnell die Kiste Mineralwasser in die Wohnung tragen – und plötzlich legt Sie ein heftiger Schmerz im unteren Rücken lahm. Der Schmerz zieht vom unteren Rücken bis ins Gesäß. Er strahlt einseitig in die Rückseite eines Oberschenkels aus, manchmal sogar bis in den Fuß. Es kann zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder anderen Empfindungsstörungen kommen.

 

In schweren Fällen kann es sogar zu kurzzeitigen Lähmungserscheinungen im betroffenen Bein kommen. Selten treten Entleerungsstörungen auf, die Blase und Darm betreffen. Nach dem ersten Auftreten des Ischias-Schmerzes sind die Betroffenen meist damit beschäftigt, durch entlastende Körperhaltungen, Wärmeanwendungen oder Schmerzmittel zur Schmerzlinderung beizutragen.

 

Sinnvoller wäre es, sofort einen Termin in meiner Praxis zu erbitten. Unabhängig von der Frage, ob es sich um einen Hexenschuss oder eine akute Ischialgie handelt, helfen Akupunktur und lokale pflanzliche Injektionen am effektivsten.

 

Hexenschuss oder Ischialgie?

Manchmal ist schwer zu unterscheiden, ob ein starker Hexenschuss oder eine Ischialgie vorliegen. Hexenschuss und Ischialgie können nämlich gemeinsam auftreten. Generell unterscheiden sich Hexenschuss und Ischialgie durch einen Umstand: Der Hexenschuss (Lumbago) findet meistens mittig am unteren Rücken statt. Eine Lumbalgie strahlt in der Regel nicht in ein Bein aus. Ein Hexenschuss reagiert positiv auf Wärmeanwendungen und moderate Bewegungen.

 

Das ist bei einer akuten Ischias-Reizung anders. Ein Mediziner würde bei einem Ischias von einer „radikulären Schmerzausstrahlung im unteren Rücken“ sprechen. Gemeint ist eine Reizung oder Entzündung der Ischiasnerv-Wurzel. Die Auslösung von Ischias-Beschwerden geht meist auf eine Fehlbelastung, anhaltende Druckbelastungen oder ein degeneratives Problem mit den Bandscheiben zurück. Der akute Ischias-Schmerz strahlt typischerweise in ein Bein aus.

Treten Hexenschuss und Ischialgie zusammen auf, lautet die ärztliche Diagnose auf „Lumboischialgie“.

 

Mögliche Ursachen einer Ischialgie

Der Ischiasnerv meldet sich üblicherweise, wenn durch Fehlbelastungen muskuläre Verspannungen im unteren Rücken auftreten. Auch Druckbelastungen – beispielsweise durch stundenlanges Sitzen am PC – können ursächlich für Ischias-Schmerzen sein. Belastungs- oder verschleißbedingte Ursachen wie Wirbelkörper-Blockaden, Bandscheiben-Vorwölbungen oder -vorfälle (Protrusion oder Prolaps) können ebenfalls zu einer akuten Ischialgie führen.

 

Auch nach Stürzen oder infolge einer Hüftoperation kann es gelegentlich zu Ischias-Beschwerden kommen. Ein plötzlich einschießender und einseitig ins Bein ausstrahlender Schmerz kann außerdem auf eine eingeklemmte Nervenwurzel hindeuten. Angesichts der Intensität des Schmerzes wird von den Betroffenen eine umgehende Schmerzlinderung angestrebt.

 

Psychosomatische Überlegungen

Der Rücken symbolisiert den Druck, den jeder von uns ertragen muss. Jedes Thema kann auf die Wirbelsäule „drücken“. Vom Job bis zur Beziehung oder auch Menschen, die einen Verletzen, gekränkt haben. Sehr oft kommt auch vor, dass unbezahlte Rechnungen, also die Finanzen auf den „Ischiasnerv“ drückt. Also existenzielle Sorgen. Den „Strom“ den man über die Gedankenarbeit leistet wird über den Ischiasnerv abgeleitet.

 

Die Behandlung von akuten Ischialgien

In meiner Praxis werden akute Ischias-Beschwerden seit 1993 erfolgreich mit natürlichen Therapien behandelt. Die Linderung der akuten Beschwerden erfolgt durch Akupunktur und lokale Injektionen mit pflanzlichen Injektionslösungen. Pharmazeutische Schmerzmittel sind in den meisten Fällen nicht notwendig.

 

Statt Ruhe und Schonung sind moderate Bewegung und vorsichtige Muskeldehnungen hilfreich. Oftmals ist nämlich der Hüftmuskel (Musculus piriformis) stark verspannt. Er liegt unmittelbar unter dem ­Gesäßmuskel. Es kommt gelegentlich vor, dass der Ischias-Nerv durch den Hüftmuskel verläuft. Wesentlicher Teil der Therapie ist es, den Ischias-Nerv zu entlasten.

 

Der Druck auf die Nervenwurzel muss gemindert werden, damit die Reizung sich wieder verabschieden kann.