PANKREAS – DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE
SEHR WICHTIG FÜR DIE REGULIERUNG DES ZUCKERHAUSHALTS

Der Hauptbildungsort der Verdauungsenzyme befindet sich in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Der Pankreas wurde erstmals von Herophilos von Chalkedon (griechischer Arzt um 330 v. Chr in Alexandria, auch Vater der Anatomie genannt) beschrieben.

Der Begriff „Pankreas“ existierte bereits zuvor. Bereits Hippokrates (460 v. Chr., berühmtester Arzt des Altertums und Begründer der Medizin) verwendete das Wort.
Das Organ fand im Mittelalter kaum Beachtung.
Jean François Ferre (1497) hielt die Bauchspeicheldrüse für den Sitz der Melancholie (Schwermut), der Hypochondrie (übertriebene Selbstbeobachtung) und für einen Ort eines wiederkehrenden Fiebers.

Andreas Versalius (Anatom), der eine Renaissance der Anatomie einleitete, fertigte präzise anatomische Zeichnungen an und beschrieb erstmals die exakte Topografie des Organs.
Die Bauchspeicheldrüse liegt im linken Oberbauch an der Rückwand der Bauchhöhle. Sie ist etwa 15 bis 20 cm lang, 3-4 cm breit, 1-2 cm dick und 70-100 g schwer.

Bis zwei Liter pro Tag

Pro Tag werden 1-2 Liter Pankreassaft produziert. Zum Vergleich: Ein Pferd erzeugt bis zu 35 Liter im selben Zeitraum. Das Pankreassekret enthält Bikarbonat, das zusammen mit alkalischen Sekreten der Leber und des Darms dafür sorgt, dass der ph-Wert des sauren Speisebreis aus dem Magen wieder neutralisiert wird.

Außerdem besteht der Saft aus Wasser, Schleim und insbesondere Verdauungsenzymen, die nur bei ph-Werten im alkalischen Bereich (8.3-9) arbeiten können. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse sind an der Verdauung von Fetten, Eiweißen und Kohlehydraten beteiligt.

Mehr als 40 Enzyme

Die Drüse produziert mehr als 40 verschiedene Verdauungsenzyme, welche die Nahrung in kleinste Bestandteile zerlegen. Nur so können sie aus dem Darm im Blut aufgenommen werden.
Die drei wichtigsten Enzyme sind Amylase (Verdauung von Kohlehydraten), Trypsin (Verdauung von Eiweißen) und Lipase (Verdauung von Fetten). Fehlen die Enzyme, werden die Nahrungsbestandteile nicht richtig zerlegt und vom Darm nur unvollständig ins Blut transportiert. Die Folge ist, dass unverdaute Speisen im Darm transportiert werden. Dies führt zu Durchfällen, Blähungen und Bauchkrämpfen.

Drei Abschnitte

Man unterscheidet drei Abschnitte der Bauchspeicheldrüse:
1 Pankreaskopf
2 Pankreaskörper
3 Pankreasschwanz

Der Pankreaskopf ist der dickste Teil. Er liegt links von der Wirbelsäule. Die wichtigsten Hormone des Pankreas sind Insulin und Glugagon (wichtig für den Zuckerhaushalt). Insulin senkt den Glukosespiegel im Blut, Glugagon hebt ihn wieder an. – Der Pankreas wird wie fast alle inneren Organe von beiden Teilen des vegetativen Nervensystems (Sympaticus und Parasympaticus) gesteuert.

Zuckerkrankheit

Die bekannteste Erkrankung des Pankreas ist die Zuckerkrankheit, Diabetes melitus (honigsüßer Durchfluss).
Es gibt zwei Arten der Diabetes: Typ 1 (auch juvenile diabetes melitus genannt) beginnt meist im Kinder- und Jugendalter. Typ 2 (Erwachsenen- oder Altersdiabetes genannt) entsteht durch falsche Ernährung, erbliche Vorbelastung und Bewegungsmangel. Erste Symptome sind verstärktes Wasserlassen und übermäßiger Durst.

In der Antike wurde die Diagnose durch einen Geschmacks- beziehungsweise Geruchstest gestellt, denn der Urin an Diabetes erkrankter Menschen weist einen süßlichen Geschmack auf. Heute kann jeder Patient durch die moderne Technik seinen Blutzuckerspiegel selbst messen.

Etwa 6-7 Prozent der deutschen Bevölkerung sind von der Diabetes melitus betroffen. Das entspricht etwa 5,6 Millionen Menschen. Damit ist sie eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen.

Bei Problemen im Bereich der Bauchspeicheldrüse gibt es sehr gute Hilfen von der Naturheilkunde.

Konstantin Gorlas,
Heilpraktiker